Wie finde ich mich mit dem Auge am Nachthimmel zurecht?

Das ist eigentlich gar nicht mal so schwer, es bedarf hier nur etwas Geduld und am Anfang einer guten Sternenkarte oder Astronomiesoftware. Der Sternenhimmel ist von der Erde aus gesehen leider kein festes Gebilde, sondern ändert sich durch die Erdrotation und durch die Jahreszeiten permanent. Grundsätzlich orientiert man sich im Himmel sehr gut durch bekannte und gut sichtbare Sternenbilder. Hierzu zählen Cassiopeia, der große Wagen und einige sehr helle Sterne. Sowie Polaris der Polarstern, dieser ist allerdings dunkler als die meisten denken und auf keinen Fall der hellste Stern am Himmel, allerdings ist dieser immer brav im Norden und ändert sich nicht durch die Erdrotation, da er fast direkt auf dem Drehpunkt liegt.

Ok fangen wir mal bei einem Sternenbild an, z.B. ist jetzt im Winter Cassiopeia immer sehr früh und  sehr hoch am Himmel und sieht aus wie ein W, hierfür ein Bild von der Wikipedia:

200px-CassiopeiaCC

Wie kann ich dieses Sternenbild denn überhaupt finden, wenn der nervige Himmel sich quasi ständig ändert? Ich habe das einfach gemacht, indem ich mir zuerst eine Astronomiesoftware wie TheSkyX First Light besorgt habe (war bei dem Teleskop schon dabei). Solch eine Software zeigt dir den Himmel zur jeweiligen Uhrzeit und sogar von deinem jeweiligen Standort aus an. Das ist extrem hilfreich, besonders am Anfang. Nimm ersteinmal einen Kompass und orientiert dich dann durch die Himmelsrichtungen in der Software und schau in welcher Richtung diese Sternenbilder grob liegen. Danach ab nach draußen und einfach mal Cassiopeia oder den großen Wagen suchen, der sieht beispielsweise so aus (der helle rechteckige Kasten mir den 3 hellen Sternen links daneben):

Ursa_Major_2

Was auch sehr schön zu finden ist und auch direkt einen wunderschönen Nebel beinhaltet ist das Sternbild Orion:

Sternbild_orion

Ihr seht diese drei Sterne in der Mitte des gedachten Rechtecks? Da drunter sind nochmal 3 diffuse Objekte zu sehen, dort befindet sich der Orionnebel. Ihr könnt einige Langzeit belichtete Bilder  von diesem Nebel in meiner DSLR Galerie finden.

Habt ihr erstmal einige Sternbilder/Konstellationen für euch entdeckt, findet ihr diese sehr schnell wieder, auch wenn sie eine völlig andere Position haben. Das lernt man schneller als man denkt.

Was hat es mit diesen Helligkeiten in mag oder m auf sich?

Hat man eine Astronomiesoftware oder ein Sternenbuch oder schaut einfach in Wikipedia , so stehen bei Sternen und allen möglichen Himmelsobjekten oft immer Helligkeiten mit dabei. Damit ist die scheinbare Helligkeit gemeint, also die Helligkeit wie wir sie von der Erde aus wahrnehmen.
Z.B. in Wikipedia unter Polarstern: http://de.wikipedia.org/wiki/Polarstern steht dort rechts in dem Kasten: Visuelle Helligkeit: 1.97 mag
Aha, alles klar 1.97 mag ????
Keine Ahnung wie ich diese Zahl einordnen soll, auch das ist sehr einfach: Je kleiner desto heller. Diese Zahlen können sogar negativ werden und sind damit sogar besonders hell. Um die Zahlen einsortieren zu können mal einige Beispiele zur Orientierung, angegeben sind immer die maximalen Helligkeiten die je gemessen wurden und sortiert nach Helligkeit:

Sonne: -26.7 mag
Mond:  -12mag
ISS:     -5 mag
Jupiter: -2,94 mag
Sirius: -1,46 mag (abgesehen von der Sonne der hellste Stern am Himmel)
Polarstern: 1,97 mag
Andromeda Galaxie: 3,4mag

Ihr seht also, der Polarstern ist kein besonders helles Objekt am Himmel, viele der Planeten in unserer Sonnensystem allerdings schon. Der Jupiter oder Mars z.B. sehen mit bloßem Auge aus wie extrem helle Sterne. Mit dem Unterschied, dass sie etwas anders gefärbt sind wenn man genau hin sieht.

 

 

Bilder Quellen: Wikipedia oder von mir selbst. 

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