Kategorie-Archiv: Allgemein

M81 & M82, Holmberg IX, NGC 3077 und IFN mit der Canon 1200D 14h Belichtung

Das Bild ist meine bisher aufwendigste Aufnahme mit insgesamt 14h Belichtungszeit. Gemacht habe ich es an 5 aufeinanderfolgenden Nächten und zwar von unserem Balkon aus. Das Bild zeigt auf den ersten Blick 4 Galaxien:
M81&M82 (die beiden großen Galaxien)
Holmberg IX (der blaue Fleck über der großen M81 links)
NGC 3077 (der nebulöse Fleck oben links am Rand des Bildes)
Zudem ist im Hintergrund des gesamten Bildes der Integrated Flux Nebula zu sehen, leider ist bei unseren Lichtverhältnissen keine genauere Struktur des Nebels zu erkennen. Ich bin aber ehrlich gesagt schon sehr froh, dass man überhaupt etwas von dem Nebel erkennen kann. Die Einzelbelichtungszeit der Bilder lag bei 10min und ich habe einen IDAS LPS2 Filter verwendet, um der Lichtverschmutzung zumindest ein wenig entgegenzuwirken. Außerdem habe ich ein 2tes Teleskop+Kamera verwendet, um die Erdrotation möglichst genau zu korrigieren, ansonsten wären diese langen Belichtungszeiten nicht möglich. 

Die roten „Jets“ die von der Mitte von M82 entstehen durch Supernovaexplosionen im Kern der Galaxie. Im Jahre 2014 konnte man für ein paar Monate eine solche Explosion durch ein normales Teleskop beobachten. Das war allerdings nur möglich, weil der explodierende Stern am Rand der Galaxie lag.

M81 & M82 Canon 1200D - 14h Exposure
M82 & M82, Holmberg IX, NGC 3077 und IFN mit der Canon 1200D 14h Belichtung

 

 

Signal zu Rauschverhältnis einige Beispiele und welche Upgrades treiben mein S/N in die Höhe

In diesem Beitrag möchte ich einen kleinen Einblick in die Ergebnisse des Signal zu Rauschverhältnis Tools geben. Hauptsächlich geht es mir hierbei um die Interpretation der Ergebnisse mit einigen Beispielen.

Nehmen wir mal folgendes Beispiel an:
Teleskop: 8″ f/4 Newton
Beobachtungsobjekt: Messier 33 (Dreiecksnebel)

Beispiel 1 (normale Aufnahme)

Parameter Wert
Kamera Canon EOS 1200D
Teleskop Durchmesser: 203mm
Teleskop Obstruktion: 70mm
Teleskop Brennweite 800mm
Scheinbare Helligkeit des Objekts: 5.7 mag
Größe des Objekts (M33) 70'x40'
Gesamtbelichtung: 240min
Lichtverschmutzung:  Kleinstadt
Sensortemperatur: 20°C
Signal zu Rausch Verhältnis Beispiel 1
Signal zu Rausch Verhältnis Beispiel 1

Ok fangen wir zuerst mal mit den Achsen an. Auf der X-Achse seht ihr die Belichtungszeit für eine einzelne Aufnahme. Die Gesamtbelichtungszeit bleibt aber erhalten !!! Also wenn auf der X-Achse 60sec steht, dann bedeutet das bei einer Gesamtbelichtungszeit von 240min (die wir oben ja eingegeben haben): 240x60sec
Also ein gestacktes Bild !!!!

Alles klar, die Y-Achse ist hier einfach nur das Signal zu Rauschverhältnis selbst. Das hat keine Einheit, aber es soll möglichst hoch werden. Grundsätzlich kann man sagen:
Je höher, desto besser wird unser Bild.

Als erstes sieht man auf dem Bild die verschiedenen ISO Zahlen jeweils als eine farbige Kurve angezeigt. Danach fällt auf, dass überall „Full“ steht. Diese Full bedeutet, dass die ersten Pixel des Sensors bereits gesättigt sind (Full-Well Kapazität des Pixels ist erreicht). In unserem Fall könnte bspw. der Kern der Galaxie also bereits komplett gesättigt sein. Das möchten wir vermeiden und halten uns deswegen an diese Full-Well Grenze. In diesem Fall wäre eine ISO Zahl von 800 bei einer Belichtung von 150sec eine gute Wahl, hier ist das S/N am höchsten und auch noch etwas von der Full Well Grenze entfernt. Alternativ wäre eine ISO von 400 bei 240sec Einzelbelichtung auch eine gute Wahl.

ISO 1600 + 60sec Belichtung wäre auch eine Möglichkeit, was für kurze Belichtungszeiten spricht ist Folgendes:

  • Die Nachführung muss bei 240sec schon gut funktionieren. Bei 60sec benötigt ihr unter Umständen nicht mal eine Nachführung.
  • Fliegt euch bei einem 240sec Bild mal eine Wolke davor, oder der Nachbar schaltet grade seine Flutlichter an oder ein Windstoß kommt und verwackelt das Bild, oder die Nachbarskatze pinkelt euch auf das Teleskop oder was weiß ich nicht was:
    Ein 240sec Bild ist dann im Eimer. Bei 60sec. wären dann halt nur 60sec weg.
  • Die Stacking Algorithmen im Deep Sky Stacker oder in PixInsight funktionieren bei vielen Bilder erheblich besser. Das alles sind statistische Tools, welche Ausreißer im Bild aussortieren sollen. Je mehr Bilder, desto besser klappt das !!!!! Also es dürfen schon 50 Bilder sein, besser mehr.
  • Nutzt ihr eine Nachführung und dazu Dithering (also nach jedem geschossenen Bild wird um 1-2 Pixel verschoben), dann funktioniert das bei vielen Bildern einfach phänomenal. Dithering soll es den Stacking Algorithmen einfacher machen. Ist z.B. ein Pixel komplett gesättigt (Hot Pixel z.B.) und das Bild verschiebt sich danach um einen Pixel, dann ist der Hot-Pixel später beim Stacken an einer anderen Stelle und kann sofort aussortiert werden. Auch hier gilt: Je mehr Bilder, desto besser klappt das.

Ich hoffe, das waren genug Gründe ^^

Beispiel 3 (H-Alpha Filter + Kühlung und ein extrem dunkles Objekt)

Parameter Wert
Kamera Canon EOS 1200D
Filter H-Alpha 12nm
Scheinbare Helligkeit des Objekts:  12 mag
Gesamtbelichtung: 240min
Lichtverschmutzung:  Kleinstadt
Sensortemperatur: 0C
Signal zu Rauschverhältnis Beispiel 2 - H-Alpha sehr dunkles Objekt
Signal zu Rauschverhältnis Beispiel 2 – H-Alpha sehr dunkles Objekt

Ok, ein merkwürdiges Beispiel, das könnte z.B. im Weltraum auftreten: Kalt und dunkel ^^
Nein im Ernst: Benutzen wir einen H-Alpha Filter und eine Kühlung für unsere Kamera (wie z.B. mit der Kühlbox die ich gebaut habe, siehe hier), dann haben wir tatsächlich ähnliche Verhältnisse. Der H-Alpha Filter sorgt wirklich für wahre Wunder was die Lichtverschmutzung angeht. Natürlich wird das eigentliche Lichtsignal geringer, wir sperren ja einiges an Licht aus. Aber was bedeutet nun diese Grafik?
So lange belichten wie du kannst, wie man sieht ist das Maximum selbst bei 900 sec. noch nicht erreicht. Also holt alles aus der Nachführung raus was geht und betet, dass euch nix die Belichtungen versaut.

Ein S/N unter 1.0, was soll denn das sein ?????

Tja im Prinzip heißt das: Die Aufnahme macht keinen Sinn für euch.
Meine persönlich Erfahrung ist aber: Probiert es einfach aus.
Das hier ist nur eine relativ einfache Simulation, sehr viele Dinge werden hier nicht berücksichtigt. Mir sind auch schon Aufnahmen bei 12 mag Objekten gelungen. Allerdings habe ich da schon 10h Belichtung, den H-Alpha Filter und Kühlung (im Winter) benötigt.

 

Ich habe zuviel Geld und möchte mir irgendwas Neues kaufen, was ist denn jetzt am sinnvollsten?

Ok, probieren wir doch mal mit unserem Setup von Beispiel 1 ein paar Sachen aus. Dann liegt das maximale Signal zu Rauschverhältnis bei:
S/N = 6.205

Eine neue Nikon D5100
  • Kostenpunkt: ~250€  gebraucht
  • Quanteneffizienz von 50% !!!!! Wow, die Canon hatte nur 37%
  • S/N = 8.24
  • Fazit: Grunsätzlich super lohnenswert, aber falls man schon eine Canon hat und auch einiges an Zubehör dafür, dann sollte man sich das überlegen. Die meiste Software und auch Zubehör ist leider sehr auf Canon abgestimmt. Dennoch: Es ist eine gute und günstige Kamera.
Ein größeres Teleskop von 8″ auf 10″

Getrost nach dem Motto: Höher schneller weiter. Ein größeres Teleskop muss her. Aber was bringt das eigentlich?
Das Teleskop wirkt wie ein Photonensammler: Je größer die Öffnung, desto mehr Photonen presst dir das Teleskop auf den Sensor. Ok lassen wir mal das Tool zeigen was es bringt und nehmen mal das nächst größere.

  • Kostenpunkt: 600€ -1500€ je nach Ausstattung
  • 254mm Öffnung / 1000mm Brennweite
  • S/N =?
  • Fazit: Blöd, da wir hier ständig an unsere Full-Well Grenze stoßen. Aber man gewinnt mehr Auflösung und auch dunklere Objekte können so eingefangen werden, das ist auf jeden Fall so. Also ein größeres Teleskop ist schon eine nette Sache, nicht nur wegen des S/N
Ein CLS Filter

Tja was hört man da nicht alles für Mythen: Von zerstört dir alle Farben bis zu absoluten Wundern über bringt überhaupt nichts. Grundsätzlich frisst der CLS erstmal Signal, aber sperrt dafür auch eine Menge an Hintergrundrauschen aus und das ist ja wie wir wissen dominant. Lasst es uns ausprobieren:

  • Kostenpunkt: 150€
  • S/N = 8.418
  • Fazit: Aber Hallo, ein wahres Wunderwerk der Technik und das für den moderaten Preis. Glaubst du nicht? Na dann schau mal hier: Link
    Das Ding lohnt sich, aber die Farben werden tatsächlich verändert. Wenn ihr PixInsight verwendet: Einfach ColorCalibration/Background Neutralization und gut.
Ich gebs mir richtig: Eine Canon 1DX

Junge junge, das Teil kostet nur 4700€, da sollte man echt zuschlagen. Am besten direkt 2 kaufen.

  • Kostenpunkt: 4700€
  • S/N = 18
  • Fazit: Unglaublich, was ist denn hier passiert? Ganz einfach: Die Kamera hat sehr große Pixel und das bedeutet pro Pixel deutlich mehr Photonen. Zudem hat die Kiste auch noch einen hohen Wirksungsgrad. Also eine tolle Sache.
Eine Kühlbox für 80€

Nehmen wir mal eine einfach Kühlbox, wie ich sie hier gebaut habe, siehe hier

  • Kostenpunkt: 80€
  • S/N = 6.215
  • Fazit: Och man, das bringt ja gar nix. Aber: So einfach ist das leider nicht, bei Verwendung eines H-Alpha Filters bringt das enorm viel. Ansonsten würde das thermische Rauschen mir die langen Belichtungszeiten kaputt machen.
    Schaut euch dazu die nächsten beiden Beispiele an:
Ein H-Alpha Filter ohne Kühlung bei 20°C

Hmm na gut, so bei 900sec scheint es langsam nix mehr zu bringen. Das thermische Rauschen ist hier dominant !!!!

Signal zu Rauschverhältnis - H-Alpha ohne Kühlung
Signal zu Rauschverhältnis – H-Alpha ohne Kühlung

 

Ein H-Alpha Filter mit Kamera Kühlung bei 0°C

Die Kühlbox gibt alles was sie kann und kühlt um 20°C auf 0°C. Junge junge was ist denn hier los? Jetzt kann der H-Alpha mal so richtig Gas geben und man kann schön lange belichten. Das S/N steigt in diesem Fall um fast das Doppelte an !!!!! Also H-Alpha und ein dunkles Objekt nicht ohne Kühlung verwenden !!!!! Das thermische Rauschen macht in diesem Fall wirklich einiges aus.

Signal zu Rauschverhältnis - H-Alpha mit Kühlung
Signal zu Rauschverhältnis – H-Alpha mit Kühlung

DSLR Peltier Kühlbox mit Teileliste

In diesem Beitrag möchte ich euch meine DSLR Peltier Kühlbox mit Teileliste vorstellen. Die Gründe dafür, dass ich diese Box gebaut habe sind relativ simpel:


  1. Ich habe bereits eine astromodifizierte DSLR
  2. Ich habe jede Menge Clip Filter für die DSLR, die wären bei einer neuen Kamera für die Katz
  3. Gekühlte CCDs sind mir bei der benötigen Chipgröße viel zu teuer (>1000€)
  4. Bei niedrigeren Temperaturen verhält sich die DSLR ebenfalls relativ rauscharm.

Bei teleskop express habe ich eine fertige Lösung von Geoptik gesehen für stolze 197€. Da dachte ich mir, dass kann ich doch günstiger bekommen und habe zudem noch etwas Bastelspaß ^^

Fangen wir einfach mal mit der Teileliste an. Für die Links und Preise gebe ich natürlich keine Garantie.

Teil Preis Link
12V Netzteil 6A 12.99 €  Amazon
Styropor Box (26x21x16 / 3cm Dicke) 5.90 €  Amazon
Adapter DC Hohlbuchse 5.5×2.1 > zweipol 2.49€  Amazon
QuickCool Peltier Element QC127-1.4-6.0MS 39.67€ Conrad
Wärmeleitpad beidseitig klebend 4.99€ Amazon
2x CPU Lüfter Arctic Alpine 2×10.62€ Amazon
Summe 87.28€

Bei mir war es so, dass ich die beiden Lüfter bereits hatte, deswegen waren es bei mir so ca. 60€. Anfangs wollte ich an dem Peltier Element sparen und habe mir ein Modell von Neuftech für 6.99€: Amazon besorgt. Das Teil hatte aber nicht mal annähernd die versprochene Kühlleistung und ist mir auch nach 2 Tagen bereits kaputt gegangen. Also kauft euch lieber direkt ein anständiges und erspart euch den Ärger.
Preislich liegen wir verglichen mit der Kühlbox von Geoptik (Teleskop-Express) bei unter der Hälfte (bei Geoptik allerdings ohne Netzteil), zudem bekommt man bei der Selbstbaulösung ein deutlich leistungsfähigeres Peltier Element. Außerdem bleibt einem z.B. von dem Wärmeleitpad und dem Silicalgel noch eine Menge übrig und ein 12V Netzteil kann man sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle nochmal gebrauchen. Das Wärmeleitpad ist mit 145×145 auch völlig überdimensioniert, ich habe für den Rest aber noch Verwendung. Da könntet ihr also auch noch dran sparen.

Also dann lasse ich mal die Bilder sprechen, ihr seht hier die fertige Lösung. Ich habe die Box 2x auseinander genommen und wieder umgebaut. Als erstes die unbearbeitete Styroporbox. Falls hier jemand Angst hat, dass diese nicht hält: Keine Sorge, 3cm dickes Styropor ist recht stabil.

Styroporbox für den DSLR Kühler
Styroporbox für den DSLR Kühler

Anschließend habe ein ich Loch in die Frontseite gebohrt und die Verlängerungshülse durchgesteckt und dann den T2-Canon Adapter festgeschraubt. Den Kameraanschluss solltet ihr möglichst gut festkleben, da über diesen die Kraft übertragen wird.

DSLR T2 Anschluss an der Vorderseite der Kühlbox
DSLR T2 Anschluss an der Vorderseite der Kühlbox

 

Ein wenig zusätzliche Isolierung kann nicht schaden. Ich denke der Schritt ist im Prinzip aber unnötig.

DSLR T2 Anschluss an der Vorderseite der Kühlbox, zusätzliche Isolierung
DSLR T2 Anschluss an der Vorderseite der Kühlbox, zusätzliche Isolierung

Hier die beiden Alu-Kühlkörper, welche durch die Wärmeleitspads mit dem Peltierelement verklebt wurden (hält bombenfest). Zusätzlich habe ich noch eine Alu Platte zwischen Peltierelement und dem kalten Alu-Kühlkörper gesetzt. Ich denke aber, dass diese Aluplatte unnötig ist. Das Peltierelement hat eine warme und eine kalte Seite. Bitte nicht vertauschen, dann läuft es nicht mehr optimal!!!! Man kann es auch „falsch“ herum betreiben, allerdings kriegt man dann nicht die voll Leistung.

Peltier Element mit den Kühlern verbunden
Peltier Element mit den Kühlern verbunden

Der nächste Schritt ist sehr wichtig und sollte sehr sorgsam ausgeführt werden. Hier wird der Zwischenraum zwischen den beiden Kühlern isoliert.

Die Zwischenräume des Peltier Elements isolieren
Die Zwischenräume des Peltier Elements isolieren

Jetzt aus der Rückseite ein Stückchen ausschneiden. In dieses Loch soll dann der Kühler rein. Falls ihr keine Alu Platte verwendet, sollte das Loch natürlich kleiner ausfallen.

Rückseite der Kühlbox vorbereiten
Rückseite der Kühlbox vorbereiten

Dann wird nur noch der Kühler eingesetzt und die Lüfter verschraubt. Den Lüfter auf der kalten Seite (also die Innenseite) solltet ihr gegen die Kamera pusten lassen, dann kühlt diese etwas schneller aus.

Der eingesetzte Kühler auf der Rückseite
Der eingesetzte Kühler auf der Rückseite

Update: Kleine Verbesserungen an der Box und Kamera

Da die Kamera im ersten Versuch leider nur relativ langsam ausgekühlt ist und die volle Leistung des Peltiers auch noch nicht erreicht wurde, wollte ich noch einige Verbesserungen vornehmen.
Als erstes habe ich die USB Abdeckung an der Kamera ausgebaut, was sehr einfach und schnell geht und man kann es ohne Probleme rückgängig machen.

Eine kleine Öffnung in der Kamera, um die Auskühlung zu beschleunigen
Eine kleine Öffnung in der Kamera, um die Auskühlung zu beschleunigen

Vor diese offene Abdeckung habe noch noch einen zusätzlichen Lüfter eingesetzt.

Die kleine Öffnung in der Kamera wird noch zusätzlich belüftet
Die kleine Öffnung in der Kamera wird noch zusätzlich belüftet

 

Temperatur – Ergebnisse der fertigen Box

Die Temperatur des Sensors nimmt zuerst sehr stark zu. Ich war wirklich erstaunt darüber, dass sich der Sensor um fast 15-16°C erwärmt hat. Nachdem ich die Kühlung eingeschaltet habe, sank die Temperatur am Sensor relativ schnell ab und wird um ca. 16°C runtergekühlt.

Temperaturverlauf mit belüfteter Öffnung in der Kamera
Temperaturverlauf mit belüfteter Öffnung in der Kamera

Rauschen – Ergebnisse der fertigen Box:

Hier das Anfangsdunkelbild (beide gleich aufgehellt) und das gekühlte Bild:

Rauschen im ungekühlten Zustand mit der neuen Box (zusätzliche Lüfter außen am Peltier und belüftete Öffnung in der Kamera)
Dunkelbild im ungekühlten Zustand mit der neuen Box (belüftete Öffnung in der Kamera)
Rauschen im gekühlten Zustand mit der neuen Box (zusätzliche Lüfter außen am Peltier und belüftete Öffnung in der Kamera)
Dunkelbild im gekühlten Zustand mit der neuen Box (belüftete Öffnung in der Kamera)

Rauschen in Abängigkeit von ISO Zahl und Belichtungszeit

In diesem Beitrag geht es um das Rauschen in Abängigkeit von ISO Zahl und Belichtungszeit. Es ist nur ein kleines Experiment  (welches aber dennoch einige Zeit und Mühe in Anspruch genommen hat) und ist sicherlich auch nicht 100%ig auf den Nachthimmel übertragbar. Allerdings bekommt man bereits eine Idee, wie sich das Rauschverhalten in Abhängigkeit der ISO-Zahl und Belichtungszeit für diese Kamera verhält. Die Ergebnisse haben mir geholfen herauszufinden, welche ISO Zahl ich bei welcher Belichtung einstellen kann und ob viele gestackte Bilder mit langen Einzelbelichtungen mithalten können.

Versuchsaufbau:
Der Versuchsaufbau war denkbar einfach: Ich habe die Kamera (Canon EOS 1200D) vor ein farbiges Objekt gestellt und das Zimmer stark verdunkelt. Ich wollte bei den „typischen Astro-Belichtungszeiten“ ein ähnlich dunkles Bild bekommen wie bei Astroaufnahmen. Als Objektiv habe ich eins von Sigma verwendet und die Blende auf ~5 gestellt.

Nachbearbeitung der Roh-Bilder:
Die Nachbearbeitung der Bilder erfolgte mit Pixinsight. Alle Bilder wurden mit Dunke- und Bias Frames kalibriert und dann (falls nötig) gestackt.
Letztlich habe ich die Histogramme der Bilder so gut wie möglich angeglichen und dann den NoiseEstimator von PI zur Abschätzung des Rauschens verwendet.

Verwendete ISO Zahlen und Belichtungszeiten:
Zwei von den Belichtungsreihen habe ich auf insgesamt 300sec Belichtung gebracht (10x30sec und 1x300sec) und dann nochmal aus Neugierde eine mit 900sec.
Die verwendeten ISO Zahlen waren bei allen Belichtungszeiten 100, 400, 800, 1600.

 

Diagramm aller Ergebnisse:
In dem folgenden Diagramm könnt ihr die aufgetragenen NoiseEstimates aus PixInsight sehen. Das Ergebnis fand ich sehr interessant. Auf der Y-Achse seht ihr das geschätzte Rauschen (niedriger ist besser) und auf der X-Achse die verwendete ISO Zahl.
Das länger belichtete Bild war hier durchgängig rauschärmer als das gestackte Bild. Die optimale ISO-Zahl sank hier mit steigender Belichtungszeit.

Rauschen in Abhängigkeit der Belichtungszeit und ISO Zahl bei der ESO 1200D
Rauschen in Abhängigkeit der Belichtungszeit und ISO Zahl bei der ESO 1200D

Hier nochmal die optimale ISO Zahl für dieses Beispiel in einem Diagramm aufgetragen:

Optimale ISO Zahl in Abhängigkeit der Belichtungszeit
Optimale ISO Zahl in Abhängigkeit der Belichtungszeit

 

Abschließend noch Ausschnitte aus den gemachten Bildern:

ISO 10x30sec 1x300sec
ISO 100 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO100 Testobjekt bei 300 sec und ISO100
ISO 400 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO400 Testobjekt bei 300 sec und ISO400
ISO 800 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO800 Testobjekt bei 300 sec und ISO800
ISO 1600 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO1600 Testobjekt bei 300 sec und ISO1600
ISO 1x900sec
ISO 100 Testobjekt bei 900 sec und ISO100
ISO 400 Testobjekt bei 900 sec und ISO400
ISO 800 Testobjekt bei 900 sec und ISO800
ISO 1600 Testobjekt bei 900 sec und ISO1600

 

 

Messier 31 – Andromeda Galaxie Mosaik mit dem C6 + DSLR mit Reducer

Hier seht ihr ein Mosaik der Andromeda Galaxie oder strenggenommen nur den Kern der Galaxie.

Messier 31 - Andromeda Galaxie Mosaik mit dem C6 + DSLR mit Reducer

Das Mosaik besteht bisher nur aus 2 verschiedenen Belichtungsreihen, da der Winter 2015/2016 bei uns leider sehr wolkenreich und regnerisch war. Ein Alptraum für jeden Hobby Astronomen. Die erste Belichtungsreihe ist im November (glaube ich ^^) entstanden und die zweite am 29.01.2016.
Bei der zweiten Reihe habe ich zwei Teleskope parallel auf einer Montierung verwendet, um automatisch nachzuführen (Autoguiding). Hier ein Bild davon:

Celestron CAM mit parallel Montage von zwei Teleskopen

Die Montierung ist vom Gewicht allerdings jetzt ziemlich am Limit, bei der Nachführung hatte ich allerdings überhaupt keine Probleme. Für mich war es jetzt das erste mal, dass ich Autoguiding verwendet habe. Also Guiding Scope habe ich von Celestron den Astromaster 130EQ verwendet und zwar mit einer ALCCD5 als Guiding Kamera. Die Kamera ist dann über den ST4 Port direkt mit der Montierung verbunden. Als Nachführsoftware habe ich die neuste Developer Version von PHD Guiding verwendet.Ich habe 1 sec Belichtung genommen für das Nachführung, beim nächsten Mal würde ich gerne weniger nehmen, dadurch wird die Nachführgenauigkeit höher.

Die Daten der Aufnahmen sind folgende:

81x60sec bei ISO1600 und 100 Darks

20x300sec bei ISO800 und 24 Darks
Bei beiden ca. 130 Bias Frames.
Alle Aufnahmen mit dem CLS Filter von Astronomik, da bei uns leider sehr starke Lichtverschmutzung herrscht.
Die Bilder habe ich dann beide einzeln in Pixinsight gestackt und den Hintergrund entfernt.
Danach habe ich die beiden Bilder mit StarAlign von Pixinsight Ausgerichtet.
Wichtig hierbei: Frame Adaption anschalten !!!!
Dadurch werden die Helligkeiten angeglichen, zumindest wird es versucht. Naja die beiden Bilder haben natürlich sehr unterschiedliche Belichtungszeiten und zudem auch noch ISO Zahlen. Das ist sicher sehr ungünstig, aber es ist nunmal so und dafür finde ich das Ergebnis doch recht gut.
Am Ende mit GradientMergeMosaic zusammengefügt und danach das Mosaik normal bearbeiten.
Mit dem Ergebnis bin ich soweit zufrieden, leider fehlen noch große Teile der Galaxie. Mit dem Celestron C6 komme ich mit Reducer allerdings nur auf ca. 900mm Brennweite runter, was für dieses riesige Objekt immer noch viel zu viel ist.
Zudem wird eigentlich nur der mittlere Bereich der Aufnahme wirklich brauchbar mit dem Reducer.

Sternschnuppe der Perseiden + Kassiopeia Widefield

Hier 2 Bilder von Kassiopeia als Widefield mit 18mm Brennweite und einer Sternschnuppe der Perseiden. Die Perseiden entstehen dadurch, dass wir den Schweif eines Kometen streifen und deswegen viele Staub und Eispartikel in unsere Atmosphäre eintreten.

Eigentlich sind es 150 Bilder zu jeweils 20sec Belichtungszeit bei ISO800. Die Bilder habe ich dann alle zusammengerechnet und das Sternschnuppenbild nochmals extra über das fertige Bild gelegt. Dadurch kann man die Sternschnuppe und auch die dunkleren astronomischen Objekte erkennen.

Das eine Bild ist beschriftet, da man wirklich extrem viele astronomische Objekte darauf sehen kann.  Das andere Bild ist nicht beschriftet und hat eine höhere Auflösung. Sehen könnt ihr darauf das Sternbild Kassiopeia (sieht aus wie ein W) und sogar 2 nahe Galaxien. Die restlichen beschrifteten Objekte sind alles Sternencluster, also Sternanhäufungen. In der Mitte des Bildes ist sogar unsere Milchstraße leicht zu erkennen.

Sternschnuppe der Perseiden + Kassiopeia Widefield

 

Sternschnuppe der Perseiden + Kassiopeia Widefield

Messier 16 – Pillars Of Creation mit dem C6 +DSLR bei voller Brennweite

Das sind die berühmten Pillars of Creation im Adlernebel (M16). Ich war doch neugierig was mit dem C6 und den Bedingungen im Moment (kurze Nächte, hohe Temperaturen) überhaupt möglich ist. Jetzt im Sommer sin die Bedingungen denkbar schlecht, ich konnte erst ab 23 Uhr anfangen das Teleskop zu justieren und bis ich dann das Objekt dann anständig auf der Linse hatte, war es dann auch schon 1:00. Und um 4:00 wird es dann auch schon wieder heller, da bleibt dann leider nicht soviel Zeit zum belichten. Zudem steht der Adlernebel sehr tief über dem Horizont, dass macht es leider auch nicht besser. Also tief über dem Horizont ist die Lichtverschmutzung natürlich viel stärker. Naja aber im Großen und Ganzen sieht es doch eigentlich ganz anständig aus. Mit dem tollen Bildern vom Hubble Teleskop kann ich natürlich nicht mithalten, die findet ihr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pillars_of_Creation

Diese Materiesäulen sind ca. 7000 Lichtjahre entfernt und befinden sich damit noch in unserer Milchstraße. Wahrscheinlich sind die Säulen durch eine Supernovaexplosion entstanden. Man geht sogar davon aus, dass diese Formation nicht mehr existiert. Aber da das Licht ja 7000 Jahre bis hier hin braucht, haben wir noch einen wunderschönen Blick in die Vergangenheit.

Messier 16 - Pillars Of Creation mit dem C6 +DSLR bei voller Brennweite

 

Lights: 105x60sec
Darks: 87x60sec
Bias: 60×1/4000sec
Alles bei ISO1600 und mit dem CLS Filter von Astronomik, ohne den Filter wären diese Aufnahmen wahrscheinlich nicht möglich gewesen.

 

So am 17.6 konnte ich noch ein paar zusätzlich Bilder mit dem Reducer schießen und diese dann mit den vorherigen zusammen stacken. Insgesamt komme ich dann auf folgende Daten:
Lights 105+89x60sec
Darks: 87+100x60sec

Messier 16 - Pillars Of Creation mit dem C6 an 2 Nächten

Der Mond in hoher Auflösung, Apollo 11 Mission gekennzeichnet

Das Bild habe ich gemacht mit dem Celestron C6 + 0.63 Reducer auf einer Celestron CAM (Advanced GT).  In PixInsight dann noch mit dem Deconvolution drüber und das wars auch schon.

Lights: 50×1/2000sec
Darks: 50
Bias: 50×1/4000sec
Alles bei ISO800

Der Mond in hoher Auflösung, Apollo 11 Mission gekennzeichnet

 

Ich habe mal einige interessante Landestellen und Krater eingetragen, bei der Positionierung habe ich mir recht viel Mühe gegeben, sollte also alles ziemlich gut passen. An dem Moltke-Krater kann man die Dimensionen ganz gut erkennen, der Krater hat nämlich einen Durchmesser von 6,5 Km. Links unten im Schatten ist wohl auch mal eine unbemannte europäische Sonde namens SMART-1 eingeschlagen… Geil ein europäisches Stück Metal auf dem Mond ^^ Es lebe Europa
Mein lieber Arbeitgeber hat sogar im Jahre 2007 eine eigene unbemannte Mondmission (LEO) geplant, unser lieber Geldgeber hat es sich 2008 aber anders überlegt ^^ Schade, dann hätten die Deutschen auch endlich mal eine 350 Millionen € teure Sonde auf den hässlichen Brocken geschmissen… Das wäre wirklich eine Bereicherung für die Menschheit gewesen ^^

Der Mond beschriftet mit Apollo 11 Mission

M51 – Whirlpool Galaxie, M97 – Eulennebel & M108 und M101 – Feuerradgalaxie

Ich war die letzten Wochen sehr fleißig mit meiner neuen Montierung der Advanced GT von Celestron. Durch das schöne Wetter, konnte ich alles auf dem Balkon stehen lassen und die Nacht durchknipsen.

Als erstes die Whirpool Galaxie, eigentlich sind es 2 Galaxien die miteinander wechselwirken. Die beiden sind ca. 28 Millionen Lichtjahre entfernt. Rechts oben sieht man noch eine andere Galaxie, leider habe ich noch nicht herausgefunden wie die heißt.
Lights: 129x1min @ ISO1600
Darks: 101x1min
Bias: 51×1/4000sec

M51 oder die Whirpool Galaxie mit Celestron C6

 

 

Hier sieht man den Eulennebel links und rechts die Galaxie M108 (46 Millionen Lichtjahre entfernt). Der Nebel ist quasi der Überrest von einem noch zerfallenden Stern und dehnt sich permanent weiter aus.   Hier war die Nachführung echt vorbildlich und der hat fast 4 Stunden lang brav fotografiert, bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Lights: 232x1min @ ISO1600
Darks: 159x1min
Bias: 51×1/4000sec

M97 (Eulennebel) und M108 mit dem Celestron C6 + Reducer und Astronomik CLS Filter

 

 

M101 oder auch die Feuerradgalaxie. Das Bild ist leider nicht ganz so gut geworden, weil die Galaxie eine sehr geringe Flächenhelligkeit hat.
Lights: 148x1min @ ISO1600
Darks: 100x1min
Bias: 51×1/4000sec

M101 oder die Feuerradgalaxie mit dem Celestron C6 bei 1500mm

M64 oder Blackeye Galaxie mit Celestron C6

Die M64 Galaxie oder auch Blackeye Galaxie genannt, mit dem Celestron C6 auf einer Celestron CAM + Goto. Das Bild ist ohne Nachführung und ohne Reducer entstanden. Die Brennweite betrug also 1500mm bei f/10. Die Kamera war eine modifizierte Canon EOS1200D.
Ich hatte an diesem Abend relativ viel Glück, da das Wetter sehr gut war und die Montierung auch mitgespielt hat. Dadurch habe ich relativ viel Gesamtbelichtungszeit hinbekommen. Die Kiste hat also brav die ganze Nacht durchgeknipst. Naja zumindest solange, bis die Galaxien hinter der Hauswand verschwunden sind.

Die Galaxie ist ca 24 Mio. Lichtjahre entfernt, was schon relativ weit ist. Im Vergleich liegt die Andromeda Galaxie mit 2.5 Mio. Lichtjahren deutlich näher. Naja vergleich man die beiden mit der Galaxie UDFy-38135539, welche bisher als die am weitesten entfernte Galaxie gilt, dann ist auch das extrem wenig. Dies ist nämlich ca. 13 Milliarden Lichtjahre entfernt. Der schwarze Fleck in der Mitte der Galaxie ist eine riesige Dunkelwolke, in der neue Sterne und Planeten entstehen. Die Wolke hat eine  Ausdehnung von ungefähr 8000 Lichtjahren. Man geht davon aus, dass diese Wolke durch die Verschmelzung mit einer anderen Galaxie entstanden ist.

Lights 84x60sec @ ISO1600
Darks: 98x60sec @ ISO1600
Bias: 50×1/4000sec @ ISO1600

M64 oder Blackeye Galaxie mit Celestron C6