Schlagwort-Archiv: Astrofotografie

DSLR und CCD Kameras im Vergleich

Hersteller Name Typ Farbe Sensor SensorX Y Pixel QE Bits ReadNoise Kühlung FullWell Max Bel. Preis
Canon 1DX CMOS Ja 36 24 6,9 49 14 1,2 0 90092 4000
Canon 1200D CMOS Ja 22,3 14,9 4,3 37 14 2,1 0 23104 300
Canon 100D CMOS Ja 22,3 14,9 4,3 43 14 2,9 0 19568 400
Canon 550D CMOS Ja 22,3 14,9 4,2 41 14 2,1 0 22736 350
Canon 700D CMOS Ja 22,3 14,9 4,3 38 14 2,5 0 20118 450
Canon 750D CMOS Ja 22,3 14,9 3,7 49 14 1,9 0 24035 550
Canon 760D CMOS Ja 22,3 14,9 3,7 50 14 1,6 0 22065 650
Canon 5DS CMOS Ja 36 24 4,4 50 14 2,5 0 32498 2500
Canon 5D Mark 3 CMOS Ja 36 24 6,1 51 14 2,4 0 70635 2000
Canon 650D CMOS Ja 22,3 14,9 4,2 40 14 1,6 0 21354 430
Canon 6D CMOS Ja 36 24 6,5 47 14 1,6 0 75265 1000
Canon 7D Mark 2 CMOS Ja 22,3 14,9 4,1 59 14 2 0 29544 1200
Canon 70D CMOS Ja 22,3 14,9 4,1 50 14 2,3 0 26723 700
ZWOptical ASI120MM CMOS Nein MT9M034 4,8 3,6 3,75 75 12 NA 0 KA 1000 240
Astrolumina ALCCD QHY 5L II CMOS Nein MT9M001 4,83 3,63 3,75 74 12 0 99 290
Astrolumina ALCCD-QHY6 CCD Nein ICX259AL 6 4,96 6,5 65 16 7,8 Ja 10000 400
Inova PLC-M CMOS Nein MT09M001 6,4 4,8 5,2 10 0
Inova Nebula-NBC-M CMOS Nein MT09M001 6,4 4,8 5,2 10 -30
Astrolumina ALCCD QHY 5 II CMOS Nein MT9M001 6,7 5,3 5,2 56 8 0 99 250
ATIK 420 CCD Beides ICX274 7,13 5,17 4,4 NA 16 4 -30 NA 1000
ZWOptical ASI178MM CMOS Beides IMX178 7,4 5 2,4 NA 14 1,3 -40 15000 900
The Imaging S. DMK 51AU02.AS CCD Nein ICX274 7,1 5,3 4,4 NA 8 NA 0 NA 3600 950
Starlight Expr. Trius-SX674 CCD Nein ICX674AGL 8,81 6,63 4,54 77 16 7 -30 20000 2200
ATIK Infitiny CCD Beides ICX825 9 6,7 6,45 NA 16 6 0 NA 120 1100
ZWOptical ASI174MM CMOS Beids IMX174LLJ 10,67 8 5,86 78 12 3,5 0 32400 800
ZWOptical ASI174MM Cooled CMOS Beids IMX174LLJ 10,67 8 5,86 78 12 3,5 -40 32400 1150
The Imaging S. 23UX174 CMOS Nein IMX174 10,7 8 5,86 NA 12 NA 0 NA 30
Astrolumina ALCCD-QHY21 CCD Beides ExView II 10,7 9,2 4,54 79 16 5 -45 20000 2400
Starlight Expr. Trius-SX694 CCD Nein ICX694 12,49 9,99 4,54 77 16 7 -30 20000 2700
ATIK 460EX CCD Beides ICX694 12,5 10 4,54 NA 16 5 -25 NA 2400
ATIK One9.0 CCD Nein ICX814 12,5 10 3,69 NA 16 5 -38 NA 3000
Astrolumina ALCCD-QHY22 CCD Beides ExView II 14,6 12,8 4,54 79 16 5 -45 20000 2700
Astrolumina ALCCD-QHY23 CCD Beides ExView II 14,6 12,8 3,69 79 16 5 -45 20000 3000
Starlight Expr. Trius-SX16 CCD Nein KAI4022M 15,15 15,15 7,4 55 16 10 -30 40000 3300
Astrolumina ALCCD-QHY9c CCD Ja KAF-8300 17,96 13,5 5,4 56 16 8 -50 25500 1800
Astrolumina ALCCD-QHY9 CCD Nein KAF-8300 17,96 13,5 5,4 56 16 8 -50 25500 2000
SBIG STF-8300 CCD Beides KAF-8300 18 13,5 5,4 54 16 9,3 -36 25500 3600 2200
Astrolumina ALCCD-QHY8L CCD Ja ICX413AQ 25,1 17,6 7,8 60 16 6 -35 1400
Astrolumina ALCCD-QHY10 CCD Ja ICX493AQA 25,1 17,6 6 60 16 8 -43 45000 1800
Astrolumina ALCCD-QHY8pro CCD Ja ICX453AQ 25,1 17,6 7,8 60 16 6 -45 10000 2200
Astrolumina ALCCD-QHY12 CCD Ja Super HAD  25,1 17,6 5,12 60 16 8 -45 32000 2900
SBIG STXL-6303E CCD Nein KAF-6303 27,5 18,4 9 68 16 11 -60 100000 7000
Astrolumina ALCCD-QHY11 CCD Nein KAI 11002 36 24 9 46 16 12 -40 60000 4500
Starlight Expr. Trius-SX36 CCD Nein KAI11002M 36 24 7,4 52 16 12 -30 30000 5900
SBIG STXL-11002 CCD Nein KAI11002M 36 24,7 9 50 16 11 -60 60000 8500

Tool zum Berechnen des Signal zu Rausch Verhältnis

Hier könnt ihr euch eine Abschätzung der optimalen Parameter für eine Aufnahmesituation am Himmel berechnen.
An der Stelle möchte ich mich bei Norbert aus dem astrotreff Forum bedanken (Spitzname nobbi), er hat mir insbesondere bei der Theorie wirklich sehr weiter geholfen.

Auf der X-Achse der Diagramme finde ihr immer die Einzelbelichtungszeit für das Stacken, die Gesamtbelichtungszeit bleibt natürlich erhalten. Also z.B. bei einer Gesamtbelichtungszeit von 10min, bedeuten 60sec auf der X-Achse: 10x60sec.

Signal zu Rausch Verhältnis berechnen:
Durchmesser Teleskopöffnung in mm
Durchmesser Teleskopobstruktion (Fangspiegel) in mm
Effektive Brennweite in mm
Scheinbare Helligkeit des Objekts [mag]
Winkelausdehnung des Objekts [Bogenminuten] /
Gesamtbelichtungszeit [Minuten]
Sensortemperatur [°C]
Fotografischer Filter
Lichtverschmutzung
Kamera





 

 
Folgende Dinge werden nicht beachtet oder sollte man wissen:

  • Bei höheren ISO Zahlen sinkt der Dynamikumfang der Kamera erheblich. Also sollte man bei ähnlichem S/N Verhältnis eher zu niedrigeren ISO Zahlen tendieren. Die maximale Sättigung ist allerdings berücksichtigt und wird mit Full angezeigt.
  • „Verstärkerleuchten“ bei hohen ISO Zahlen ist hier auch unberücksichtigt.
  • CLS Filter ist nur eine Abschätzung, genauso wie der Himmelshintergrund. Ich muss hier abschätzen, wie viele Photonen im Schnitt durch den Hintergrund auf den Sensor fallen, bzw. wie viele Hintergrund Photonen der CLS abblockt. Man kann sich vorstellen, dass das nicht so einfach ist ^^
  • Dark- und Bias Frames werden nicht berücksichtigt
  • Hat ein Sensor sehr kleine Pixel, so ist das hier eher unvorteilhaft. Man muss allerdings bedenken, dass man bei sehr hohen Auflösungen die Bilder später meist runter skaliert. Dabei erhöht sich das S/N nochmals. Das wird hier nicht berücksichtigt.
  • Bei den Werten für den Himmelshintergrund bin ich leider noch relativ unsicher, falls ihr da Erfahrungswerte habt: Immer her damit 🙂
  • Viele der Parameter ändern sich natürlich über eine nächtliche Foto Session, das kann und soll hier auch gar nicht berücksichtigt werden.
  • Das Tool gibt sicher nicht 100%ig die Realität wieder, wie schon gesagt werden viele Dinge nicht berücksichtigt. Aber es kann euch Parameter wie ISO Zahl und Belichtungszeit für die nächste Foto Session schon deutlich eingrenzen. Auch ob eine Kühlung nötig ist oder nicht, denn in vielen Fällen bringt eine Kühlung weniger als man denkt.

Hier einige Erklärungen und Beispiele für Anfänger, hier gibt es auch einige Beispiele was diverse Hardware Upgrades eigentlich bringen:
Signal zu Rausch Verhältnis einige Beispiele und welche Upgrades treiben mein S/N in die Höhe

Die Theorie hinter dem Tool könnt ihr in folgender PDF nachlesen:
Rauschen

Falls eure Kamera nicht dabei sein sollte, dann schreibt mich einfach an. Wenn ihr mir folgende Bilder zuschickt, dann füge ich die Kamera mit ein:
4-6 Darkframes ( jeweils 2 bei einer Temperatur, also z.B. 2 Darks bei 10°C + 2 Darks bei 20°C )
2 Biasframes
2 Flats
Die Bilder müssen alle bei einer ISO Zahl eurer Wahl gemacht sein. Nehmt am besten eine „mittlere“ ISO Zahl die bei eurer Kamera gut funktioniert, z.B. 800 war bei meiner EOS 1200D immer eine gute Wahl. Schickt mir die Bilder dann an:
a.schmitz@gns-net.de

Rauschen in Abängigkeit von ISO Zahl und Belichtungszeit

In diesem Beitrag geht es um das Rauschen in Abängigkeit von ISO Zahl und Belichtungszeit. Es ist nur ein kleines Experiment  (welches aber dennoch einige Zeit und Mühe in Anspruch genommen hat) und ist sicherlich auch nicht 100%ig auf den Nachthimmel übertragbar. Allerdings bekommt man bereits eine Idee, wie sich das Rauschverhalten in Abhängigkeit der ISO-Zahl und Belichtungszeit für diese Kamera verhält. Die Ergebnisse haben mir geholfen herauszufinden, welche ISO Zahl ich bei welcher Belichtung einstellen kann und ob viele gestackte Bilder mit langen Einzelbelichtungen mithalten können.

Versuchsaufbau:
Der Versuchsaufbau war denkbar einfach: Ich habe die Kamera (Canon EOS 1200D) vor ein farbiges Objekt gestellt und das Zimmer stark verdunkelt. Ich wollte bei den „typischen Astro-Belichtungszeiten“ ein ähnlich dunkles Bild bekommen wie bei Astroaufnahmen. Als Objektiv habe ich eins von Sigma verwendet und die Blende auf ~5 gestellt.

Nachbearbeitung der Roh-Bilder:
Die Nachbearbeitung der Bilder erfolgte mit Pixinsight. Alle Bilder wurden mit Dunke- und Bias Frames kalibriert und dann (falls nötig) gestackt.
Letztlich habe ich die Histogramme der Bilder so gut wie möglich angeglichen und dann den NoiseEstimator von PI zur Abschätzung des Rauschens verwendet.

Verwendete ISO Zahlen und Belichtungszeiten:
Zwei von den Belichtungsreihen habe ich auf insgesamt 300sec Belichtung gebracht (10x30sec und 1x300sec) und dann nochmal aus Neugierde eine mit 900sec.
Die verwendeten ISO Zahlen waren bei allen Belichtungszeiten 100, 400, 800, 1600.

 

Diagramm aller Ergebnisse:
In dem folgenden Diagramm könnt ihr die aufgetragenen NoiseEstimates aus PixInsight sehen. Das Ergebnis fand ich sehr interessant. Auf der Y-Achse seht ihr das geschätzte Rauschen (niedriger ist besser) und auf der X-Achse die verwendete ISO Zahl.
Das länger belichtete Bild war hier durchgängig rauschärmer als das gestackte Bild. Die optimale ISO-Zahl sank hier mit steigender Belichtungszeit.

Rauschen in Abhängigkeit der Belichtungszeit und ISO Zahl bei der ESO 1200D
Rauschen in Abhängigkeit der Belichtungszeit und ISO Zahl bei der ESO 1200D

Hier nochmal die optimale ISO Zahl für dieses Beispiel in einem Diagramm aufgetragen:

Optimale ISO Zahl in Abhängigkeit der Belichtungszeit
Optimale ISO Zahl in Abhängigkeit der Belichtungszeit

 

Abschließend noch Ausschnitte aus den gemachten Bildern:

ISO 10x30sec 1x300sec
ISO 100 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO100 Testobjekt bei 300 sec und ISO100
ISO 400 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO400 Testobjekt bei 300 sec und ISO400
ISO 800 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO800 Testobjekt bei 300 sec und ISO800
ISO 1600 Testobjekt bei 10x30 sec und ISO1600 Testobjekt bei 300 sec und ISO1600
ISO 1x900sec
ISO 100 Testobjekt bei 900 sec und ISO100
ISO 400 Testobjekt bei 900 sec und ISO400
ISO 800 Testobjekt bei 900 sec und ISO800
ISO 1600 Testobjekt bei 900 sec und ISO1600

 

 

Messier 31 – Andromeda Galaxie Mosaik mit dem C6 + DSLR mit Reducer

Hier seht ihr ein Mosaik der Andromeda Galaxie oder strenggenommen nur den Kern der Galaxie.

Messier 31 - Andromeda Galaxie Mosaik mit dem C6 + DSLR mit Reducer

Das Mosaik besteht bisher nur aus 2 verschiedenen Belichtungsreihen, da der Winter 2015/2016 bei uns leider sehr wolkenreich und regnerisch war. Ein Alptraum für jeden Hobby Astronomen. Die erste Belichtungsreihe ist im November (glaube ich ^^) entstanden und die zweite am 29.01.2016.
Bei der zweiten Reihe habe ich zwei Teleskope parallel auf einer Montierung verwendet, um automatisch nachzuführen (Autoguiding). Hier ein Bild davon:

Celestron CAM mit parallel Montage von zwei Teleskopen

Die Montierung ist vom Gewicht allerdings jetzt ziemlich am Limit, bei der Nachführung hatte ich allerdings überhaupt keine Probleme. Für mich war es jetzt das erste mal, dass ich Autoguiding verwendet habe. Also Guiding Scope habe ich von Celestron den Astromaster 130EQ verwendet und zwar mit einer ALCCD5 als Guiding Kamera. Die Kamera ist dann über den ST4 Port direkt mit der Montierung verbunden. Als Nachführsoftware habe ich die neuste Developer Version von PHD Guiding verwendet.Ich habe 1 sec Belichtung genommen für das Nachführung, beim nächsten Mal würde ich gerne weniger nehmen, dadurch wird die Nachführgenauigkeit höher.

Die Daten der Aufnahmen sind folgende:

81x60sec bei ISO1600 und 100 Darks

20x300sec bei ISO800 und 24 Darks
Bei beiden ca. 130 Bias Frames.
Alle Aufnahmen mit dem CLS Filter von Astronomik, da bei uns leider sehr starke Lichtverschmutzung herrscht.
Die Bilder habe ich dann beide einzeln in Pixinsight gestackt und den Hintergrund entfernt.
Danach habe ich die beiden Bilder mit StarAlign von Pixinsight Ausgerichtet.
Wichtig hierbei: Frame Adaption anschalten !!!!
Dadurch werden die Helligkeiten angeglichen, zumindest wird es versucht. Naja die beiden Bilder haben natürlich sehr unterschiedliche Belichtungszeiten und zudem auch noch ISO Zahlen. Das ist sicher sehr ungünstig, aber es ist nunmal so und dafür finde ich das Ergebnis doch recht gut.
Am Ende mit GradientMergeMosaic zusammengefügt und danach das Mosaik normal bearbeiten.
Mit dem Ergebnis bin ich soweit zufrieden, leider fehlen noch große Teile der Galaxie. Mit dem Celestron C6 komme ich mit Reducer allerdings nur auf ca. 900mm Brennweite runter, was für dieses riesige Objekt immer noch viel zu viel ist.
Zudem wird eigentlich nur der mittlere Bereich der Aufnahme wirklich brauchbar mit dem Reducer.

Sternschnuppe der Perseiden + Kassiopeia Widefield

Hier 2 Bilder von Kassiopeia als Widefield mit 18mm Brennweite und einer Sternschnuppe der Perseiden. Die Perseiden entstehen dadurch, dass wir den Schweif eines Kometen streifen und deswegen viele Staub und Eispartikel in unsere Atmosphäre eintreten.

Eigentlich sind es 150 Bilder zu jeweils 20sec Belichtungszeit bei ISO800. Die Bilder habe ich dann alle zusammengerechnet und das Sternschnuppenbild nochmals extra über das fertige Bild gelegt. Dadurch kann man die Sternschnuppe und auch die dunkleren astronomischen Objekte erkennen.

Das eine Bild ist beschriftet, da man wirklich extrem viele astronomische Objekte darauf sehen kann.  Das andere Bild ist nicht beschriftet und hat eine höhere Auflösung. Sehen könnt ihr darauf das Sternbild Kassiopeia (sieht aus wie ein W) und sogar 2 nahe Galaxien. Die restlichen beschrifteten Objekte sind alles Sternencluster, also Sternanhäufungen. In der Mitte des Bildes ist sogar unsere Milchstraße leicht zu erkennen.

Sternschnuppe der Perseiden + Kassiopeia Widefield

 

Sternschnuppe der Perseiden + Kassiopeia Widefield

Messier 16 – Pillars Of Creation mit dem C6 +DSLR bei voller Brennweite

Das sind die berühmten Pillars of Creation im Adlernebel (M16). Ich war doch neugierig was mit dem C6 und den Bedingungen im Moment (kurze Nächte, hohe Temperaturen) überhaupt möglich ist. Jetzt im Sommer sin die Bedingungen denkbar schlecht, ich konnte erst ab 23 Uhr anfangen das Teleskop zu justieren und bis ich dann das Objekt dann anständig auf der Linse hatte, war es dann auch schon 1:00. Und um 4:00 wird es dann auch schon wieder heller, da bleibt dann leider nicht soviel Zeit zum belichten. Zudem steht der Adlernebel sehr tief über dem Horizont, dass macht es leider auch nicht besser. Also tief über dem Horizont ist die Lichtverschmutzung natürlich viel stärker. Naja aber im Großen und Ganzen sieht es doch eigentlich ganz anständig aus. Mit dem tollen Bildern vom Hubble Teleskop kann ich natürlich nicht mithalten, die findet ihr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pillars_of_Creation

Diese Materiesäulen sind ca. 7000 Lichtjahre entfernt und befinden sich damit noch in unserer Milchstraße. Wahrscheinlich sind die Säulen durch eine Supernovaexplosion entstanden. Man geht sogar davon aus, dass diese Formation nicht mehr existiert. Aber da das Licht ja 7000 Jahre bis hier hin braucht, haben wir noch einen wunderschönen Blick in die Vergangenheit.

Messier 16 - Pillars Of Creation mit dem C6 +DSLR bei voller Brennweite

 

Lights: 105x60sec
Darks: 87x60sec
Bias: 60×1/4000sec
Alles bei ISO1600 und mit dem CLS Filter von Astronomik, ohne den Filter wären diese Aufnahmen wahrscheinlich nicht möglich gewesen.

 

So am 17.6 konnte ich noch ein paar zusätzlich Bilder mit dem Reducer schießen und diese dann mit den vorherigen zusammen stacken. Insgesamt komme ich dann auf folgende Daten:
Lights 105+89x60sec
Darks: 87+100x60sec

Messier 16 - Pillars Of Creation mit dem C6 an 2 Nächten

Amateurfotografie der ISS am 13.04.2015 um ca. 22:30

Hier eine Amateurfotografie der ISS. Ich hatte mal wieder Glück und konnte die ISS auf die Linse bekommen. Das Bild ist mit dem Celestron C6 gemacht mit 1.4x Extender von Kenko und der Canon EOS 1200D. Also ca. 2100mm Brennweite. Nachgeführt habe ich mit der Hand, also im Prinzip habe ich einfach wild draufgehalten und ganz viele Fotos geschoßen und da waren dann ein paar Glückstreffer dabei. Nicht ganz einfach die Sache. Belichtungszeit war 1/500s bei ISO3200.

ISS am 13.04.2015 um ca. 22:30

 

Bode Gruppe M81 & M82

Aufnahme von den beiden Galaxien M81 und M82. Gemacht mit dem Celestron C6 mit dem f/6.3 Reducer+Flattener von Celestron. Nachgeführt mit der EQ3-2. Die Lichtverhältnisse waren hier etwas dankbarer, da die Galaxien viel weiter vom Horizont entfernt sind als so manch andere. Ich habe hier versucht mit sehr vielen kurzen Belichtungen zu arbeiten, bin echt sehr zufrieden damit. Mein persönlicher Favorit ^^
Lights: 114x30sec @ ISO1600
Bias: 21×1/400sec @ ISO1600
Darks: 18x30sec @ISO1600
Gestackt und bearbeitet in PixInsight + Adobe Photoshop für den letzten Schliff.

M81 & M82 die Bode Galaxie und die Zigarrengalaxie

Jupiter

Der Jupiter, aufgenommen mit meinem Celeston C6 + 2x Barlow + 1.4 Telekonverter von Kenko, also 4200mm effektive Brennweite. Die Bilder habe ich selbst ausgesucht und dann manuell gestackt mit GIMP und den AstroTools. Das Ausrichten nervt etwas von Hand, allerdings kann man mit dem Layer Mode Subtraction die Sache doch sehr vereinfachen. Einfach 2 Bilder übereinanderlegen, auf Subtract stellen und dann die oberere Ebene so lange Verschieben, dass das Bild so dunkel wie möglich ist.
Lights: 72 x 1/100sec @ISO1600, davon allerdings nur 14 verwendet
Darks: 20×1/100sec @ISO1600
Bias: 20×1/4000sec @ISO1600
Ansonsten in Photoshop geschärft und sonst eigentlich nicht viel daran geändert.

Jupiter am 15.02.2015

Ein Experiment zur ISO Zahl, Belichtungszeit und zum Stacken

Ich habe so viele widersprüchliche Dinge zu optimalen Belichtungszeiten und ISO Zahlen gehört, dass ich es einfach mal selbst ausprobieren wollte. Meine Hauptfragen waren:

  • Ist die ISO Zahl egal oder verliere ich bei einer zu niedrigen / zu hohen ISO Zahl Informationen?
  • Sind 3x10sec = 1x30sec Belichtungszeit, wenn ich die Bilder mit einem Mittelungsverfahren wie z.B. im DSS stacke.

 

Zum Testen habe ich in einem absolut dunklen Zimmer, ein gewisses Dokument von einem Herrn Schrödinger ^^ in einer Distanz von ca. 5m mit verschiedenen Einstellungen fotografiert. Die verwendete Kamera war eine Canon 1200D mit einem Tamron 70-300mm Teleobjektiv und einem 1.4x Extender (MC4 DGX von Kenko) also 420mm Brennweite bei einer 8er Blende. Image Stabilization und Auto Fokus waren natürlich aus. Ich habe nur die ISO Zahl und die Belichtung verändert und die Bilder danach einmal mit GIMP addiert und einmal mit den GIMP Astrotools gestackt. Hier könnt ihr den Aufbau sehen (Fotos sind mit dem Handy gemacht, deswegen so schlecht):

 

Ganz unten könnt ihr die beiden Tabelle mit den Ergebnissen sehen. Die Tabelle ist mit Sigma Median 2Pass gemittelt. Keine Dark-, Flat- oder Bias-Frames, ich wollte nur wissen bei welcher Einstellung ich die maximale Bildinformation bekomme / den Text am besten lesen kann.  Um die Bilder vergleichbar zu machen, habe ich den maximalen Wert des Histogramms noch jeweils etwas zu kleineren Werten verschoben. Das Ergebnis ist natürlich nicht allgemein gültig, aber zumindest kriegt man eine Idee von der Thematik. Die Bilder wurden natürlich im RAW Format aufgenommen und auch verarbeitet, erst am Ende habe ich die Bilder aus Platzgründen in das JPG Format konvertiert und musste die Bilder runterskalieren. Das Ergebnis ist qualitativ aber nicht beeinträchtigt. Hier das Ergebnis in Tabellenform:

Sigma Median 2Pass

Sigma Median 2Pass
Bilder/ISO ISO100 ISO400 ISO6400
3x10sec
2x15sec
1x30sec

1. Frage: Verliere ich Bildinformation bei einer zu niedrigen/zu hohen ISO Zahl?

Ja das kann schon passieren. Das Ganze ist allerdings eine sehr komplexe Angelegenheit, welche ich hier in der Kürze und vor allem für Anfänger nicht im Detail erklären möchte. Die Wahl der „richtigen“ ISO Zahl hängt von extrem vielen Parametern ab, um einige zu nennen:

  • Die verwendete Kamera
  • Das Setting, vom Hintergrund bis zum eigentlichen Objekt
  • Von der Temperatur
  • Von der Belichtungszeit
  • usw.

Als grobe Richtlinie, habe ich insbesondere für Anfänger einige Vorschläge(ich kann allerdings nicht garantieren, dass diese Vorschläge mit jeder Kamera und bei jedem Setting funktionieren, aber probiert es einfach mal aus):

1. Bei relativ kurzen Belichtungszeiten (ca. 10sec-60sec) durchaus eine etwas höhere ISO Zahlen nehmen. Bei meiner Kamera bin ich da bei einer ISO Zahl von 1600 oder 3200 immer gut gefahren. Von den Bildern aber bitte sehr viele machen, um später beim Stacken das Signal zu Rausch Verhältnis zu verbessern. Außerdem sollten Dark-, Bias- und Flatframes auf keinen Fall fehlen, um aus der wenigen Information das Maximum herauszuholen.
2. Mit steigender Belichtungszeit dann ruhig runter mit der ISO Zahl. Zwischen 60sec und 5min sollten die ISO Zahlen dann je nach Himmelshintergrund und Lichtstärke des Objekts so grob zwischen 200-800 liegen.
3. Bei sehr hohen Belichtungszeiten (>5min) die ISO Zahl sehr niedrig wählen, ISO 100-200 sind hier angesagt.

 

Um vielleicht nochmal einen Eindruck zu bekommen, wie sich ein Bild mit einer Belichtungszeit von 30sec bei verschiedenen ISO Zahlen verhalten kann, hier nochmal ein Beispiel. In diesem Beispiel gefällt mir persönlich ISO1600-3200 am besten:

Bilder
ISO Bild
800
1600 30sec bei ISO1600
3200 30sec bei ISO3200
6400  30sec bei ISO6400
12800 30sec bei ISO12800

Hier nochmal die Histogramme und die gestreckten Histogramm zu den Bildern:

Histogramme
ISO Originales Histrogramm Gestrecktes Histogramm
800 RGB Histogramm bei ISO800  Gestreckte RGB Histogramm bei ISO800
1600  RGB Histogramm bei ISO1600 Gestreckte RGB Histogramm bei ISO1600
3200 RGB Histogramm bei ISO3200
6400 RGB Histogramm bei ISO6400 Gestreckte RGB Histogramm bei ISO6400
12800 RGB Histogramm bei ISO12800 Gestreckte RGB Histogramm bei ISO12800

2te Frage: Ist ein 30sec belichtetes Bild dasselbe wie 3x10sec mit dem DSS gemittelt oder die Bilder einfach addiert?

Auf gar keinen Fall! Mit der Mittelung oder dem Sigma Kappa Median oder dem verrücktesten Mittelungsverfahren dieser Welt kann ich nur das Signal zu Rauschverhältnis verbessern und damit die enthaltene Information in meinem Bild besser vom Rauschen unterscheiden. Ein 10sec belichtetes Bild bleibt aber ein 10sec belichtetes Bild.

Was ist dann mit HDR?

Das ist nochmal etwas anderes, ich habe ein Bild bei weniger Belichtungszeit und eins mit mehr Belichtung. Nehmen wir z.B. den Jupiter mit seinen Monden. Der Jupiter ist mega Hell und die Monde sind total dunkel. Blöde Sache, wenn ich den Jupiter mit seinen Strukturen erkennen möchte, muss ich kurz belichten -> Jetzt sehe ich die Monde nicht mehr. Ok, dann mach ich noch ein Bild mit langer Belichtung -> Jetzt sehe ich die Monde, der Jupiter ist aber nur noch ein fetter weißer Fleck. Ich werd verrückt.
Kann ich diese Information nicht irgendwie zusammen packen, so dass ich von der langen Belichtungszeit die Monde und von der kurzen den Jupiter nehmen? Ja mit HDR, oder im DeepSkyStacker Entropy Weighted Average. Ihr seht, dass ist allerdings nochmal eine ganz andere Geschichte.
Klar, ich habe das Ganze natürlich stark vereinfacht dargestellt, aber ich denke die Prinzipien sollten so vielleicht etwas klarer werden. Und ich hoffe ihr merkt, wie komplex das ganze Thema eigentlich ist.