Schlagwort-Archiv: Schmidt Cassegrain

Celestron Advanced GT / CAM Autoguiding mit zwei Teleskopen parallel Tipps

Also mein Weg zum Guiding war leider relativ hart und steinig ^^ Als erstes habe ich komplett ohne Guiding gearbeitet und das lief auch gar nicht mal so übel. Bis zu 60sec Belichtungszeit pro Bild gingen eigentlich ganz gut,  allerdings nur wenn die Polausrichtung wirklich einwandfrei war. Dennoch war der Ausschuss an Bilder immer noch relativ hoch, fast jedes 2te Bild konnte ich eigentlich aufgrund von Strichbildung nicht verwenden.

Da ich eine Celestron CAM (Advanced GT) besitze und diese mit max. 10Kg belastet werden soll, wollte ich der Montierung eigentlich nur ungerne das Zusatzgewicht eines 2ten Teleskops aufbürden. Deswegen habe ich mich für einen Off-Axis-Guider entschieden und zwar den von Celestron. Zudem habe ich mir noch eine ALCCD5 Mono besorgt und dann auf gutes Wetter gehofft. Irgendwann konnte ich das ganze dann endlich mal testen und habe als Guiding Tool PHD Guiding angeworfen und sah erstmal nur schwarz mit etwas Rauschen.
Meine Vermutung war, dass das Bild einfach nicht scharf gestellt ist und ich deswegen nichts sehe. Ich habe dann verzweifelt versucht den Fokus zu finden, aber leider blieb das Bild nur ein dunkles Rauschen.
Also wartete ich auf eine Nacht in der man den Mond schön sehen konnte, um den Fokus der Guidingcam zu finden. Das klappte tatsächlich auch ganz gut, allerdings ist mir direkt aufgefallen, was für einen kleinen Ausschnitt ich nur sehen konnte und der war leider auch nicht besonders scharf (selbst bei gutem Fokus). Das liegt leider daran, dass man mit dem OAG vom Randbereich etwas Licht mit einem Prisma abzweigt und der Randbereich bei den meisten Optiken einfach nicht gut ist.
Als nächstes wollte ich dann mit dem gefundenen Fokus ein Deep Sky Objekt anvisieren und einen Leitstern finden: Keine Chance, denn wenn ich einen Stern gefunden habe, dann war das einfach nur ein sehr düsterer und verschwommener Fleck (bei min. 15sec Belichtung). Dieser Fleck wurde von PHD Guiding auch nicht besonders lange gehalten und 15sec mach im Prinzip eh keinen Sinn. Absolut schrecklich.

Als letzte Möglichkeit blieben dann ja nur noch die 2 Teleskope. Ich hatte neben meinem C6 noch ein Celestron Astromaster 130EQ (Newton 130/650mm) was auch ca. 4.5 kg wiegt. Mit beiden Teleskopen bin ich dann schon bei ca. 9.2 kg + Kamera 0.5 kg + Parallelmontage 1.0 kg = ca. 11 kg. Naja eigentlich schon mehr als man sollte und viel mehr als fotografisch empfohlen wird. Aber was solls, probieren wird es doch einfach mal aus.
Hierfür habe ich jetzt die ALCCD in den Newton gepackt und los ging es. Die erste Frage war schon, was mache ich mit dem Index der Montierung, beim Beginn der Ausrichtungsroutine soll man die Montierung ja in Indexstellung bringen. Das ging jetzt leider nicht mehr, da die Dec Achse um 90° verdreht sein muss für die Parallelmontage.
Ich habe das Problem ganz einfach lösen können, indem ich einfach die Montierung über den Polsucher auf den Polarstern ausgerichtet habe und danach mit dem C6 den Polarstern in das Sichtfeld gebracht habe. Diese Position habe ich dann als Index verwendet und die Montierung hat das auch anstandslos genommen.
Vom PHD Guiding habe ich die neueste Developer Version verwendet und konnte mit dieser Konfiguration mit 1sec Belichtung ohne große Probleme mehrere Leitsterne finden. Das nächste Mal werde ich auf 0,5 sec runtergehen, dann ist die Nachführung noch etwas genauer. 300sec Einzelbelichtung waren so überhaupt kein Thema mehr und ich hatte wunderschöne runde Sterne. Vom hohen Gewicht konnte ich nichts merken, da lief alles einwandfrei.

 

Hier ein Bild von den beiden Teleskopen auf der Montierung:

Celestron Advanced GT / CAM Autoguiding mit zwei Teleskopen parallel
Celestron Advanced GT / CAM Autoguiding mit zwei Teleskopen parallel

Plejaden / M45 Piggyback

War eine schwierige Geschichte, zuerst habe ich relativ lange mit den Belichtungszeiten/ISO Zahlen gespielt. Und dann kam auch noch leichte Bewölkung mit ins Spiel. Außerdem sehr viel Umgebungslicht und mieses Seeing. Und am Ende bei den 5min Belichtungen ist mir das scheiß Objektiv auch noch beschlagen :-/ Eigentlich war alles total mies ^^ Aber egal, ist ja trotzdem was raus gekommen. Leider nicht sehr scharf.
Kamera: Canon EOS1200D + Tamron 70-300mm @300mm
Montierung: NEQ3 + Celeston C6 nachgführt aber unguided
2x300sec ISO200 + 2 Darks
5x120sec ISO800 + 5 Darks
1x90sec ISO800 + 0 Darks
1x60sec ISO1600 + 0 Darks
20×1/4000sec Bias Frames
Mit DSS – Entropie Weighted Stacking und Lightroom + ca. 1000x Photoshop.

Die Plejaden / M45 Piggyback

Celestron C6 Erfahrungsbericht und Verzerrung und Vignettierung, Vergleich 1,25″/2″ mit und ohne Reducer / Flattener

Hallo Zusammen,
ich habe vor einigen Tagen ein neues Teleskop bekommen und zwar ein Celestron C6 Evolution. Naja da die Brennweite 1500mm und das Öffnungsverhältnis f/10 für viele Sachen recht ungeeignet sind, habe ich mir zudem noch einen Reducer/Flattener von Celestron dazubestellt und zwar den Celestron Schmidt Cassegrain Brennweiten Reducer und Corrector – f/6,3. Als Kamera habe ich eine Canon EOS 1200D verwendet und hatte ca. 7m Entfernung, was natürlich ziemlich nah ist für ein Teleskop.
Das Teleskop hat einen 2″ SC Anschluss, allerdings ist das mitgelieferte Zubehör alles bei 1.25″ und somit ist natürlich auch ein Adapter von 2″ auf 1.25″ mitgeliefert.
Jetzt bieten sich natürlich einige Anschlussmöglichkeiten  durch den Reducer/Flattener und die zwei Anschlussgrößen. Ich wollte einfach mal sehen, wie sich die Bilder durch die verschiedenen Möglichkeiten ändern. Insbesondere hat mich interessiert, ob das Bild verzerrt wird und wie stark die Vignettierung (Randabschattung) sich ändert.  Ich habe mich von den Objektivtests auf traumflieger.de inspirieren lassen, habe aber ehrlich gesagt keine Ahnung, inwiefern das für Teleskope Sinn macht und ob das auf die Situation am Nachthimmel übertragbar ist. Mir ging es auch mehr um den Lerneffekt. Also, um davon einen Eindruck zu bekommen, habe ich ein Karomuster verwendet und mit dem Teleskop einige Bilder davon geschossen. Durch das Karomuster sollten sich  Verzerrungen und Vignettierung ja recht gut sichtbar machen lassen. Belichtungszeit waren jeweils 2 Sekunden und die ISO war bei 200. Natürlich ist der Aufbau ziemlich amateurhaft und inwiefern die Ergebnisse sich auf den Nachthimmel übertragen lassen, keine Ahnung. Aber interessant ist das Ganze auf jeden Fall.

Zoll/Reducer Ja Nein
1.25"  
2"

Nachdem ich die Bilder gemacht habe, habe ich mit der Objektivkorrektur von Adobe Lightroom versucht, die Bilder zu korrigieren. Ich habe dabei folgende Ergebnisse gefunden. Auch hier wieder, keine Ahnung inwiefern das übertragbar ist auf andere Situationen:

Zoll Reducer Vignettierung Verzerrung
1.25" Ja 79 0
2" Ja 40 0
1.25" Nein 42 0
2" Nein 0 0

 

Wie man sieht, musste ich bei Verwendung des Reducers die Vignettierung stärker korrigieren. Außerdem war das Vignettierungslevel bei 1.25″ auch immer etwas höher als bei 2″. Im Prinzip sind das aber auch die Ergebnisse die ich erwartet habe. Das ich bei keinem Bild die Verzerrung korrigieren musste, hat mich positiv überrascht. Vielleicht ist das ja aber auch normal, bei Objektiven jedenfalls nicht ^^ Man kann aber bei genauem Hinsehen erkennen, dass die Schärfe in den Randbereichen durch den Reducer etwas abnimmt. Ich bin mir hier aber nicht 100%ig sicher, ob das am Reducer/Teleskop liegt oder an meinem Testaufbau. Der war natürlich alles andere als ideal ^^

Im Großen und Ganzen bin ich aber mit dem Ergebnis und auch den verwendeten Teilen mehr als zufrieden und freue mich schon wahnsinnig auf die nächste klare Nacht. Den Mond habe ich bereits einmal visuell beobachtet und war von der Schärfe und dem Kontrast sehr beeindruckt. Mal ganz abgesehen davon, dass der Okularauszug eine extrem angenehme Position hat, besonders wenn ich darüber nachdenke, was ich für Verrenkungen an meinem Newton machen musste ^^. Zudem wurde mir auch ein perfekt kollimiertes Teleskop vom Teleskop Service geliefert, was mich ebenfalls sehr freut.

Nachtrag:
Gestern hatte ich die erste klare Nacht, wobei das Seeing absolut mies war. Aber trotzdem war ich sehr beeindruckt von dem super Kontrast und vor allem von der Auflösung des Teleskops. Den Jupiter konnte man durch einem 13mm Okular sehr gut erkennen, es ließen sich schon einige Ringe auf der Oberfläche unterscheiden. Wobei man sagen muss, dass ich den Jupiter am Ende meiner Beobachtungsnacht auf der Linse hatte und das Teleskop schon beschlagen war. Trotzdem war es ein wirklich schönes Bild und es ließen sich im Vergleich zu meinem alten Teleskop (Celestron Astromaster130eq) ungeahnte Details erkennen.  Ich denke bei gutem Seeing und keinem Tau wird das nochmal deutlich besser sein. Eine Tauschutzkappe sollte aber echt nicht fehlen, ich hatte leider selbst damit nach ca. 3h schon leichte Taubedeckung. Ich habe mir die Tauschutzkappe von Astrozap geholt mit D=181mm und bin recht zufrieden damit. Was mir besonders gut gefällt, ist die gute Streulicht-Absorption, das steigert bei viel Umgebungslicht den Kontrast schon merkbar. Der Beschlag wird damit auch deutlich verzögert, aber wie gesagt leider nicht verhindert.
Einige Fotos habe ich auch gemacht, allerdings wollte ich an dem Abend die Plejaden auf das Bild bekommen und habe dafür die Kamera mit Teleobjektiv (Tamron 70mm-300mm)auf den Rücken des Teleskops geschnallt. Bei 300mm Brennweite konnte ich auf der NEQ3 Belichtungszeiten von bis zu 5min erreichen, was mich schon sehr gefreut hat. Sobald ich die Bearbeitung fertig habe, gibts auch mal Bilder zu sehen. Die Kamera habe ich mit dem Piggyback Adapter für SC Teleskope befestigt, das klappt wirklich bestens und ist sehr stabil, sogar mit dem sehr schweren Objektiv (~700g). Eine andere Möglichkeit ist es die Kamera an der Gegengewichtsstange zu befestigen, leider ist die Kamera dann öfter in einer blöden Position und man hat das Geländer oder die Wand vor der Linse (ich fotografiere meistens vom Balkon).